Das schönste Schloss in Südböhmen – Hloboká nad Vltavou (Frauenberg) – BAYERWALDTEAM

In Südböhmen kann man als Fotograf nicht wirklich weit fahren, um nicht gleich wieder auf das nächste Schloss, eine Burg oder den nächsten historisch prachtvollen Stadtkern zu stoßen. Die Dichte an Schlössern und Burgen ist hier wohl viel höher als in anderen Regionen – und die meisten sind ganz wunderbar erhalten und als staatliches Museum auch zu besichtigen. Eine Fahrt entlang der Moldau führt die Reisenden, kurz hinter dem südböhmischen Zentrum Budweis, zum Schloss Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) – unmittelbar an der Moldau auf einem Bergrücken gelegen. Der Blick geht weit hinaus bis Budweis und zum Berg Klet (Schöninger) im Süden.

 

Frühmorgens fast alleine vor dem schönsten Schloss in Südböhmen stehen

Die Kenner unter Ihnen werden es schon erraten haben, unser Hotel für zwei Nächte war das Hotel Stekl, dem Sitz der Schlossverwaltung unter den Fürsten Schwarzenberg. Dieses wunderbare Hotel ist in der ehemaligen Schlossverwaltung untergebracht und damit nur ca. 100 m vom Schloss Hluboká nad Vltavou entfernt.

Das Schloss Hluboká ist von Budweis kommend, schon von Weitem zu erkennen und sicherlich eines der Orte, die ein Reisender auch gesehen haben sollte, war es doch der Sitz der mächtigen und einflussreichen Fürsten Schwarzenberg in Böhmen.

 

Eine Mischung aus wehrhafter Burg und prachtvollem Schloss der Fürsten Schwarzenberg

Hluboká nad Vltavou ist im 19. Jahrhundert dem damaligen Zeitgeschmack angepasst worden und an bestehender Stelle, im englischen Tudor-Gotik-Stil neu errichtet worden und leuchtet mit dem hellen Steinmaterial bis weit nach Budweis hinein. Der wehrhaften Burgcharakter der Vorgängeranlage wurde in diese Architektur im Stil der Burgenromantik übernommen, die Fürsten wollten hier auch sicher leben können.

Die Fürsten Schwarzenberg waren in Böhmen und in Österreich sehr präsent und haben mit dem Schloss Hluboká nad Vltavou Ihren Anspruch auf die Herrschaft in Südböhmen unterstrichen. Von hier aus wirkten die Schwarzenbergs politisch, wirtschaftlich und kulturell in Südböhmen über mehrere Jahrhunderte hinweg.

Der Hauptsitz der Fürsten Schwarzenberg in Böhmen war hier im Schloss Hloboká nad Vltavou und erklärt auch die überaus reichhaltige und repräsentative Ausgestaltung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Hluboká und das Hauswappen der Schwarzenbergs

Das Hauswappen der Fürsten Schwarzenberg prangt an vielen Stellen an dem Schloss Hloboká nad Vltavou. Alle BesucherInnen sollten auch gleich sehen, wer hier herrscht. Empfangen wird der Besucher mit dem hoch über der Eingangspforte thronenden fürstlichen Wappen.

Damit das auch vollkommen klar ist, nimmt der Besucher an der Pforte mit der überdimensionalen Torklinke, das zentrale Wappenelement der Schwarzenbergs in die Hand, den enthaupteten Türkenkopf (nur fürstliche Linien) dem die Krähe die Augen pickt. Dieses Wappensymbol ist gleich zweifach vorhanden. Die Fürsten Schwarzenberg waren Uradel im Heiligen Reich Deutscher Nation und zählten zum Hochadel und damit zu den einflussreichsten Adelsfamilien in Europa. Das sieht die BesucherIn in Hluboká nad Vltavou eindrucksvoll, wenn auch nicht mehr zeitgemäß.

An dieser Pforte bittet man noch um Einlass und klingelt nicht etwa dem Hausherren.

 

Repräsentationstrakt, Privatgemächer und Gästeappartments in Hluboká

Der Bedeutung des Schlosses ist dem Sitz des Hauses Schwarzenberg in Böhmen angemessen und folgt der Aufteilung des Komplexes in drei Abschnitte. Die Repräsentationsräume dienten den offiziellen Empfängen und den dazugehörigen Funktionsräumen im Schloss.

Dann folgten die Privatzimmer des Regenten mit Familie im mittleren Teil des Schlosses. Dazu gehört auch der hohe Schlossturm, der an die frühere Frohnburg in der Gotik anknüpft. Darin konnten sich die Adeligen als letzte Zuflucht retten und ausharren.

Davor liegen dann die Gästeappartements für Besucher und Familienangehörige in der Schlossanlage. Dazu kommen die Funktionsräume des Schlossbetriebes, die Kapelle und die Waffenkammern – insgesamt ca. 140 Zimmer im Schlossbau.

Im Osten des Schlossbaus, schließen sich an die Repräsentationsräume, als Übergang zum oberen Garten, aus Schmiedeeisen die Balkone und Terassen Anlage an. Gegen 21.30 Uhr saßen wir im oberen Garten und bewunderten das Schloss Hluboká nad Vltavou im letzten Abendlicht. Dann, unvermittelt äderte sich das Bild der Schlossanlage, mehr dazu im nächsten Beitrag auf diesem Kanal.

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