Sternenhimmel, Milchstraße und die Monde des Jupiter im Nationalpark Bayerischer Wald

Im Sommer ist es eigentlich immer schön im Bayerischen Wald. In allen anderen Jahreszeiten ist es ebenso herrlich im Woid – da kann man eigentlich keine Unterschiede machen. Es gibt aber Lichtstimmungen die sind schon ganz besonders und prägen sich über die vielen Jahre auch ins Gedächtnis ein.

Eine Nacht auf dem Gipfel des Großen Falkenstein – ab 2 Uhr in der lauen Sommernacht auf dem Gipfel sitzen und die herrliche Nacht im Woid und den ganz klaren Sternenhimmel betrachten – das erlebt man nicht alle Tage.

Am Abend zuvor ging eine Front über Ostbayern und der heftige Regen hat die Luft klar und rein gewaschen. So war die Erwartung auf eine sternenklare Nacht, trotz des abnehmenden Mondes gegeben.

 

Um 2 Uhr raus aus der Schutzhütte und in die angenehm warme Sternennacht

Für die Sternenfotografie ist der Nationalpark schon sehr gut geeignet. Weit und breit sind kaum Lichtquellen vorhanden und der Wald nach Norden, Osten und Westen ist nur Nationalpark – da ist kein Licht am Abendhimmel. Zwiesel als die nächste größere Stadt im Tal schläft in der Nacht.

Der Sternenhimmel in der Nacht am Firmament ist schon sehr beeindruckend. Der Kontrast zu dem Bergwald im Gipfelbereich gibt herrliche Kontraste gegen den dunklen Fichten- und Tannenwald.

Dahinter zeichnet sich der Sternenhimmel mit der Milchstraße ab.

 

Astrofotografie – das kann (fast) jeder

Die Ausrüstung ist einfacher als man vielleicht denkt – zumindest um solche einfachen Astrofotos als Teil einer Landschaftsfotografie unternehmen zu können.

Eine moderne DSLR oder Systemkamera erledigt die Aufgaben ganz hervorragend. Während der dreht sich die Erde und die maximale Belichtungszeit bei der noch keine sichtbaren Lichtspuren der Sterne auftreten begrenzt die Möglichkeiten und definiert die menge Licht die gesammelt werden muss. Je mehr Licht desto besser und desto komfortabler das Fotografieren.

  • ein Stativ wird unbedingt benötigt – es muss nicht besonders stabil sein , aber Qualität siegt im Zweifel
  • eine Kamera (DSLR oder Systemkamera)
  • ein Weitwinkelobjektiv – je kürzer die Brennweite desto besser, da man mehr Himmel vom Himmel aufzeichnen kann. Ich verwende das EF 16-35 L 2.8 USM am liebsten. Eine große Öffnung lässt mehr Licht auf den Sensor und verkürzt die Belichtungszeit auf maximal 20 Sekunden.
  • eine entsprechende ISO Zahl (Empfindlichkeit) ist notwendig  da sind Kameras mit größeren Sensoren im Vorteil. Ich verwende ISO bis 1600, das ergibt in den meisten Fällen mit Blende 2.9 eine entsprechend kure Belichtungszeit.
  • Das Auslösen der Kamera sollte noch Verwacklungsfrei möglich sein – und dann kann man schon losziehen.

Losziehen und die eigenen Erfahrungen mit dieser ganz speziellen Spielart in der Digitalfotografie machen – und sich über die Ergebnisse aus dem Rande unserer Milchstraße freuen.

 

Kassiopeia, Andromeda, Siebengestirn und die Monde des Jupiter

Nach einigen Nächten in unserer Galaxie und darüber hinaus erkennt man auch einige der auffälligen Sternenbilder der Nacht mit dem bloßen Auge.

  • Großer Wagen oder großer Bär
  • Polarstern
  • kleiner Wagen oder kleiner Bär
  • Orion

Schon etwas mehr Kenntnisse braucht man für die Sternbilder

  • Kassiopeia, oder das Himmels-W
  • Siebengestirn
  • Löwe

Immer wieder ein Highlight ist der Jupiter mit seinen Monden. Am Nachthimmel war der Jupiter mit 4 Monden mit dem Feldstecher klar zu erkennen.

 

@Fabian Deimel auf www.skycal.com

Der Jupiter am 8. Juli 2018 um 23:46 Uhr MESZ aufgenommen mit einer ZWO ASI1200MC-S an Skywatcher 1500D von Fabian Deimel. Es ist nicht nur der Grosse Rote Fleck zu erkennen, sondern auch – links oben – der Schatten des Jupitermondes Europa.

Die Milchstraße blickt zwischen den mächtigen Bergfichten am Gipfelbereich des großen Falkensteins auf mich kleinen Fotografen herab.

 

Lichter der Nacht im Zwieseler Wald

Tief unten im Zwieseler Wald liegt die Glasstadt Zwiesel. der Große Falkenstein ist der Hausberg der Zwieseler. Vom Gipfel eröffnet sich der Blick auf die Lichter der Nacht im Zwieseler Wald.

Zwiesel liegt unter einer zarten Wolkendecke und die Lichter der Nacht aus der Straßenbeleuchtung strahlt gegen die Wolkendecke.

Über diesem Lichtermeer erhebt sich das helle Band der Milchstraße am Horizont und zeigt die Dimension des Nachthimmels an.

Die Kälte der Nacht fließt nachts ins Tal hinab, die Luft wird kälter und damit schwerer. Die kalte Luft sammelt sich im Tal und in den Talbecken. Aus den Regenfällen am Vortag ist genug Luftfeuchtigkeit da – ich erwartete am kommenden Morgen in wenigen Stunden ausgeprägte Nebelmeere in den Talniederungen zwischen Falkenstein und Großem Arber – die nächsten fotografischen Herausforderungen für den Naturfotografen.

Nebelmeere treten sonst im Herbst auf – durch die Regenfälle und dem Abkühlen der Luftmassen können wir dies nun in einer Fleecejacke nachts am Großen Falkenstein in einer lauen Sommernacht genießen.

Naturfotografie kann ja so viel Spaß machen.